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Der Gute Dieb (A Good Thief)
von Connor McPherson als Solo von Frank Wickermann. Eine ARBEITSPLATZ Produktion in Zusammenarbeit mit dem Theater der Gezeiten
Auch als kleiner Schläger kann das Leben ganz schön hart sein!
Erst hat ihm der Boss die Frau ausgespannt, und dann läuft auch noch ein ganz normaler Auftrag aus dem Ruder. Eigentlich sollte er nur Mitchell etwas einschüchtern, damit die ausbleibenden Schutzgeldzahlungen wieder wie gewohnt fließen. Doch leider war Mitchell vorgewarnt, und so erwarten den kleinen Ganoven zwei professionelle Bodyguards.
Jetzt hat er natürlich ein Problem, aber da er eine Schrotflinte hat, haben die anderen erst recht eins. Und er richtet eine echte Sauerei damit an. Da er ahnt, dass diese Falle von seinem Boss gelegt worden ist, um ihn loszuwerden, flüchtet er mit Mitchells Frau, nein – Witwe und deren Tochter. Doch das Kidnapping überfordert den Killer, der doch nur ein kleiner Schläger ist. Eine gute Seele und trotzdem ein Mörder.
Zum Stück
Der irische Erfolgsautor Conor McPherson drückt mit dem alkoholgeschwängerten Monolog, ungeschminkt und voller Energie, das Lebensgefühl einer desillusionierten, in ihren Perspektiven beschnittenen Generation aus. In einem Dunst aus Brutalität, Terror und Kleinkriminalität formuliert sich Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Glück. Am 18.04.1994 feierte das Stück unter dem Titel „The light of Jesus“ in Dublin Premiere und bekam später den Titel „A good Thief“ (Der gute Dieb).
Der biblische Bezug des neuen Titels blieb erhalten:
"Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein." (Lukas 23, 43)
Jesus sagte dies zu dem "guten Dieb", einem der beiden Verbrecher, die links und rechts von ihm gekreuzigt wurden. Dysmas, wie er später bezeichnet wurde, hatte den reuelosen zweiten Verbrecher zurechtgewiesen, der Jesus als falschen Messias verhöhnte, da er nicht die Macht besäße, sich selbst und seine beiden Leidensgenossen vom Kreuz zu befreien. Mit der Zurechtweisung erkennt der "gute Dieb" Jesus als Gottes Sohn an und bekennt seine schlechten Taten.
Auch McPhersons guter Dieb erlebt einen kathartischen Moment als er die Gewalt, die er ausgeübt hat, selbst erfährt.
Zum Konzept des Theaters ARBEITSPLATZ und zu der Inszenierung
(von Frank Wickermann)
Die Definition des Arbeitsplatzes eines Schauspielers gab
dem Unternehmen den Titel. Für mich befindet er sich
dort, wo ich spiele. Sei es eine etablierte Bühne, eine freie
Spielstätte, ein Schrottplatz oder eine Kneipe.
In Zeiten massiver Subventionskürzungen habe ich mich
entschlossen, freies, professionelles Theater und
Lesungen als Tourneeunternehmen zu produzieren,
ohne dabei inhaltlich zu verflachen.
Hilfreich dabei sind meine langjährigen Erfahrungen an
deutschen Stadttheatern als Schauspieler und Regisseur.
Indem ich mich auf das besinne, was die Grundlage des
Theaters ausmacht - Imaginationskraft, Fantasie und
Handwerk - ist es mir möglich, ohne große Betriebs-
kosten ebenso künstlerisch anspruchsvolle wie für ein
Publikum barrierefrei zugängliche Programme zu
produzieren.
Der gute Dieb ist eine Weiterentwicklung der Moerser
Inszenierung, die ich mit Albert Bork 1999 erarbeitet
habe. Der reale Raum, in dem sie gespielt wird, ist das
Bühnenbild. Es gibt nur den Schauspieler und die
Geschichte eines Menschen.
Die Inszenierung soll in einer zweiten Fassung - mit
Mikrophon und in einer Mischform aus Schauspiel und
Stand-Up - auch in Kneipen gespielt werden. Schon
Connor McPherson hat sein Stück auf diese Weise zur
Premiere gebracht; nur ohne Mikro. So lässt sich ein
breitgefächerteres Publikum erreichen, als in einem
Stadttheater, v.a. Menschen, die den Weg in ein Theater
gewöhnlich erst einmal scheuen.
Hörbeispiel zu "Der gute Dieb" im MP3-Format, 37 Sekunden.
Bild in Printqualität zum Herunterladen .
Weitere Photos von Andreas Backhaus in Printqualität zum Herunterladen (bitte auf das Bild klicken).
Zu Frank Wickermanns Arbeitsplatzproduction .
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